Wir folgen einem Bericht einer Autorin, die sich einem Theatermacher und dessen Gruppe angeschlossen hat, der einen Vorfall im tropischen Regenwald nachverfolgt und eine Dokumentation darüber dreht.
Das Buch hat mich durch Gefühle wie Verwirrung, Willkür, Hilflosigkeit, teils Furcht, aber auch Langeweile geschickt. Teilweise wollte ich das Buch schon abbrechen, weil ich keinen Sinn sah. Sehr oft habe ich mich gefragter, wieso das Buch auf der Longlist gelandet ist. Ich dachte mir, das ist doch so langweilig, aber auch irgendwie willkürlich, wieso Longlist.
Auch wenn der Schreibstil sehr gehoben ist und vor allem durch seine Verschachtelung auch einiges abverlangt, weiß ich es dennoch zu schätzen, denn so zu schreibe muss gekonnt sein. Außerdem war es voller Inhalt. Die Szenen wurden literarisch sehr detailliert gemalt. Dies hilft enorm, die Atmosphäre des Verlorensein und des Unheimlichen einzufangen und nachzuvollziehen.
Trotzdem zur ursprünglichen Frage zurück: Warum Longlist?
Ich glaube, dass das Ziel der Autorin genau darin liegt, diese Hilflosigkeit, diese Verwirrtheit und auch Kontrollverlust nachzuempfinden, wie es die Gruppe des Theatermachers empfunden hat. Betrachtet man jede einzelne Hintergrundgeschichte der einzelnen Personen, so empfinden sie eine Art von Hilflosigkeit und Kontrollverlust. Exakt diese Gefühle habe ich beim Lesen empfunden, deshalb würde ich sagen, hat die Autorin mehr als erfolgreich ihr Ziel erreicht.
Ausgehend von dieser Interpretation, finde ich das Buch nun doch nicht mehr so schlecht. Und kann nun auch verstehen, wieso es auf der Longlist ist. Ich persönlich würde es dafür nicht nominieren, aber ich finde die Nominierung auch nicht unberechtigt.
Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sterne.
Bildquelle: hanser-literaturverlage.de
Werbung, da durch netgalley.de zur Verfügung gestellt.
Kommentar hinzufügen
Kommentare